Der Bergsturz und das Wild
Der Bergsturz von Blatten veränderte die Lebensräume der Wildtiere stark. Besonders betroffen waren Gams- und Rotwild, da wichtige Lebensräume verloren gingen oder unzugänglich wurden.
Der Bergsturz hatte weitreichende Folgen für die Fauna im Gebiet von Blatten. Durch das Ereignis wurden wichtige Setz- und Sömmerungsgebiete zerstört. Besonders betroffen war das Gamswild im oberen Teil des Bergsturzes sowie das Rotwild im unteren Bereich. Rund 40 Gämsen kamen direkt beim Bergsturz ums Leben; diese Tiere fehlen seither in den Zählungen der Wildhut.
Der grösste Teil des Rotwildes befand sich zum Zeitpunkt des Bergsturzes bereits im Sommereinstand im hinteren Teil von Blatten. Auf dem gesamten Gemeindegebiet von Blatten fand im Jahr 2025 keine Jagd statt. Da das ganze Gebiet zur Sperrzone erklärt wurde, passten sich die Wildtiere rasch an die neue Situation an. Besonders beim Rotwild zeigte sich dies deutlich: Die Tiere waren vermehrt tagsüber sichtbar und nicht mehr ausschliesslich nachtaktiv.
Mit dem Wintereinbruch verschob sich das Rotwild nicht wie gewohnt talauswärts in die Wintereinstände, sondern blieb vermehrt auf dem Gemeindegebiet von Blatten. Der Bergsturz stellte für die Tiere eine Barriere auf ihren angestammten Wildwechseln zwischen Sommer- und Wintereinstand dar. In der Folge verendeten im Winter einige Rothirsche rund um das Dorf Blatten.
Zusätzlich fehlten geeignete Wintereinstandsgebiete sowie die notwendige Nahrung. Auch im Frühjahr stehen dem Rotwild weniger Weideflächen zur Verfügung, da rund 75 Hektaren Landwirtschaftsboden verloren gingen.
Für die Gämse und das Steinwild brachte die Situation jedoch auch gewisse Vorteile mit sich. Aufgrund der eingeschränkten Möglichkeiten für Skitourengänger und Schneeschuhläufer wurden die Tiere deutlich weniger gestört. Dadurch mussten sie sich seltener verschieben und verbrauchten weniger Energie. Gleichzeitig hatte die hohe Luchspopulation zur Folge, dass viele Gämsen und Rehe im Gebiet erbeutet wurden.

