Blatten: Heimat und Sehnsuchtsort
Blatten mit seinen drei Weilern Ried, Weissenried und Eisten bot seinen Einwohnerinnen und Einwohnern sowie seinen Gästen eine aussergewöhnliche Vielfalt an Wohn-, Lebens- und Erholungsqualität.
Blatten galt als eines der ursprünglichsten und typischsten Walliser Dörfer überhaupt. Der historische Dorfkern mit den auf nacktem Fels errichteten Dorfteilen Spielfluh, Gisentellin, Bodmen und Tirbla beherbergte Wohnhäuser, die teilweise bis zu 500 Jahre alt waren. Sie zeugen eindrücklich davon, wo sich unsere Vorfahren Sicherheit erhofften: auf festem Fels, hoch über der Lonza und geschützt vor Lawinen.
Wie in vielen Alpentälern entstanden die ersten Siedlungen jedoch vermutlich an den höher gelegenen Südhängen. So befinden sich in Weissenried die ältesten Gebäude der Gemeinde, die auf ein Alter von rund 600 Jahren zurückblicken können.
Mit dem Bau der Talstrasse im Jahr 1954 begann eine neue Phase der Dorfentwicklung. Ab Mitte der 1960er-Jahre entstanden neue Quartiere, die jeweils den architektonischen Stil ihrer Zeit widerspiegelten. Dadurch wurde nahezu jedes Gebäudeensemble zu einem Zeitzeugen seiner Epoche und verlieh dem Dorf seinen unverwechselbaren Charakter.
Diese Vielfalt aus Geschichte, Architektur und gelebter Tradition machte Blatten für seine Bewohnerinnen und Bewohner zu Heimat – und für viele Gäste zu einem Sehnsuchtsort.
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Natürlich ist die Geschichte von Blatten eng mit jener des gesamten Lötschentals verbunden. Im Jahr 1898 löste sich Blatten von der Mutterpfarrei Kippel und wurde zu einer eigenständigen Pfarrei. Die dafür erforderliche Kirche war bereits 1877 erbaut worden.
Da dieses Gotteshaus mit der Zeit baufällig geworden und für die wachsende Bevölkerung zu klein war, wurde es 1985 durch einen grösseren Neubau ersetzt. Die neue Kirche, ebenfalls auf dem nackten Felsen errichtet, prägte fortan das Dorfbild.
Gemeinsam mit den sonnengebräunten Ställen, Städeln und Wohnhäusern erhob sie sich wie eine Kristallnadel aus dem Felsengrund in den Himmel. So entstand das Bild des Bergkristalls als Sinnbild für Blatten – ein Symbol für Beständigkeit, Klarheit und die enge Verbundenheit mit der Bergwelt.
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Blatten ist jedoch mehr als nur ein Kristall. Der langjährige Pfarrer H. H. Peter Josen bezeichnete das Dorf in seinem Buch «Blatten» als ein «Viergestirn», bestehend aus dem Dorfkern von Blatten sowie den drei Weilern Ried im Westen, Weissenried im Nordwesten und Eisten im Osten.
Bis zum Bergsturz waren alle diese Dorfteile dauerhaft bewohnt und Teil eines lebendigen Gemeinwesens. Die für diese dezentrale Siedlungsstruktur notwendigen Verkehrswege, die kleinen und gut erhaltenen Dorfkerne sowie die fünf zu Blatten gehörenden Bergseen prägten das Erscheinungsbild der Gemeinde.
Eingebettet in eine eindrucksvolle Bergwelt mit ausgedehnten Lärchenwäldern entstand so eine einzigartige Kulturlandschaft. Diese machte Blatten, zusammen mit dem gesamten Lötschental, für viele Menschen zu einem Ort der Heimat, der Erholung und der Sehnsucht.
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Die Kapelle von Weissenried.
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Die Kapelle von Eisten.
Die Kapelle von Ried.
Am 28. Mai 2025 waren 302 Menschen in der Gemeinde Blatten wohnhaft. Sie konnten rechtzeitig evakuiert und in Sicherheit gebracht werden. Trotzdem forderte die Katastrophe ein Menschenleben. Ein Landwirt aus der Nachbargemeinde Wiler kam in seinem Stall ausserhalb des Evakuationsperimeters ums Leben. Gott hab ihn seelig!
