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Blatten

Herrgottsgrenadiere

Daten 2019

20.06. Fronleichnam
23.06. Segensonntag
23.06. Kirchweihfest in Kippel
18.08. Kirchweihfest in Wiler
25.08. Kirchweihfest in Blatten
01.09. Kirchweihfest in Ferden

Programm Fronleichnam

Gottesdienst & Prozession (mit Herrgottsgrenadiere):
Ferden 09:30 Uhr / Kippel, Wiler und Blatten 10:00 Uhr.

Andacht und anschliessende Parade Herrgottsgrenadiere:
In allen vier Dörfern um 14:00 Uhr. (Start Kirche, in Wiler bei schönem Wetter auf dem Dorfplatz)

Programm Segensonntag

Gottesdienst & Prozession (mit Herrgottsgrenadiere):
Ferden 09:30 Uhr / Kippel, Wiler und Blatten 10:00 Uhr.

Andacht und anschliessende Parade Herrgottsgrenadiere:
In allen vier Dörfern um 14:00 Uhr. (Start Kirche, in Wiler bei schönem Wetter auf dem Dorfplatz)

Wer kennt sie nicht, die Lötschentaler Herrgottsgrenadiere? Seit Menschengedenken gehören Sie zusammen mit den Frauen in der schmucken Lötschentaler Tracht - an den hohen kirchlichen Feiertagen zur Prozession. Ein Stück gelebte Kultur, die noch heute mit viel Liebe und Ehrgefühl zelebriert wird und gern mit unseren Gästen geteilt wird. So sieht man die Herrgottsgrenadiere in den Prozessionen an Fronleichnam, am sogenannten Segensonntag (Sonntag nach Fronleichnam), Kirchweihfest (unterschiedlich je nach Gemeinde), beim Einzug eines neuen Pfarrers und bei Primizfeiern (erste Heilige Messe eines Neupriesters aus dem Lötschental).
Heute, nachdem jede Lötschentaler Gemeinde auch eine eigene Pfarrei darstellt, finden die Aufzüge mit den Herrgottsgrenadieren in allen Dörfern des Tals (Ferden, Kippel, Wiler, und Blatten) statt. Vormittags sehen wir die Herrgottsgrenadiere jeweils in der Heiligen Messe sowie der anschliessenden Prozession, nachmittags bei der Parade, die eher weltlichen Charakter hat. Bei diesem zweiten Auftritt wird unter der Begleitung der lokalen Musikgesellschaft die Dorffahne und evtl. auch die Talfahne geschwungen.

Geschichte

Die „roten Soldaten“ sind ein Erbe aus der alten Söldnerzeit. Schon seit Jahrhunderten haben viele Lötschentaler ihr Auskommen in fremden Diensten gefunden. So sind z. B. im Jahre der Schlacht bei Lerida (1644) in Katalonien laut Sterbebuch sechs Lötschentaler gefallen. Auf diese Söldnerzeit weist auch das weisse Seidenbanner mit durchgehendem roten Kreuz (Savoyardenkreuz) und der Jahreszahl 1625 hin, das im Pfarrarchiv von Kippel aufbewahrt ist. Die Lötschentaler waren auch an den königlichen Höfen von Versailles und Neapel tätig. Von hier stammen die Uniformen der Herrgottsgrenadiere. Heimgekehrt in die Dörfer, haben sie diese Paradeuniformen aufbewahrt und an den hohen kirchlichen Festen zur Ehre Gottes wieder angezogen.

Uniform

Die Herrgottsgrenadiere präsentieren sich so: In weissen Beinkleidern und scharlachroten Fräcken mit goldglänzenden Knöpfen und Epauletten, mit weissen, gekreuztem Wehrgehänge für Säbel und Patronentasche, mit hohem, stehendem Federbusch und einem Gewehr (Karabiner oder Langgewehr der Schweizer Armee) auf der Schulter. Der Hut ist ja nach Rang und Funktion verschieden.

Wachtmeister und Fähnrich tragen Zweispitze mit wallenden Federbüschen. Die Grenadiere vorne im Aufzug tragen Bärenmützen, die hinteren alte „Militärkäppi“, welche den Hüten des vierten neapolitanischen Regimentes nicht unähnlich sind. Die Uniformen als kostbares Erbstück von Geschlecht zu Geschlecht weitergegeben, sind aber heute kaum mehr authentisch. Die Röcke (Fräcke) kann man in Uniform-Schneidereien beziehen. Die Säbel, Federbusche und Epauletten werden meistens von den Lötschentaler Gardisten von der Schweizergarde in Rom vermittelt.